ÖVG – Gestaltsalon

Save the date! Einladung zum

WIENER GESTALTSALON

am 6. Mai 2021 19:30

Vortrag von Kathleen Höll:

Die WIEDERBELEBUNG der GESTALTTHERAPIE – durch Fritz Perls SELBST und L. L. Whyte

mit Diskussion. Betreut von Egon Urban und Andreas Weichselbraun

Online via ZOOM, Anmeldung unter office(at)oevg-gestalt.at  
Nach Anmeldung werden kurz vor der Veranstaltung die Zugangsdaten zugesandt.
Diese Veranstaltung setzt den Wiener Gestaltsalon vom 25.2.2021 fort. Neu-Einsteigen gewollt.

In Kurzform wird das zentrale Moment des letzten Manuskripts von Fritz Perls „Psychopathology of Awareness“ (2019) dargestellt: seine Vision der Gestalttherapie als eine „kosmische“ Theorie der Menschheit, eingebettet in die Natur. Als Grundlage empfiehlt er die Lektüre von L.L. Whyte „Die nächste Stufe der Menschheit“ (engl. 1944).

Whyte erforscht die Evolution des Denkens und der Sprachen in logischen Stufen. Er weist nach, wie sehr eine dualistische Sprache jeglicher Integration entgegensteht. Um der Gegenwart angemessen zu sein, muss Sprache „unitär“ sein. Ergänzt wird dies durch Kurzbeiträge von Korzybski und Dewey. Im 21. Jahrhundert scheint die Zeit dafür reif zu sein: Die Integration der Menschheit in die Natur, in die Einheit des Planeten Erde, ist zu einer hochbrisanten Forderung geworden.

Zur Verdeutlichung und als Kontrast dazu werden Beispiele von blumigen Sprachbildern vorgestellt, die derzeit in der Gestalttherapie zunehmen. Teilweise wird ein sentimentaler, mystifizierender, jedenfalls aber dualistischer Stil bevorzugt, der sich von der Alltagssprache der Menschen und erst recht von einer wissenschaftlichen Sprache immer weiter entfernt.

Auf der Basis von Whytes unitärer Sprache lässt sich die ursprüngliche Vision von Fritz Perls besser verstehen und modellhaft darstellen. Durch die Verbindung mit der Gestaltpsychologie ergibt sich der Ansatz zu einer präzisen Theorie, welche wiederum ein praktisches Instrumentarium zur logischen Folge hat.

Dadurch könnte etwa die komplizierte Diskussion über „Phänomenologie“ und was sie für die Praxis bedeutet, anhand der Gestaltpsychologie in präzise und einfache Konzepte überführt werden. Eine Verbindung mit der Existenzphilosophie wiederum führt unmittelbar zu den tieferen Dimensionen des menschlichen Erlebens.

Mein Fazit ist: Das wahrhaft Revolutionäre an Fritz Perls’ Entwurf der Gestalttherapie gehört ans Licht gehoben. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe braucht es ein ökologisches Grundverständnis der Welt und der Menschen.

Last but not least sollen die Vorteile einer systematischen Theorie gegenüber einer additiv zusammengesetzten angedeutet werden.

Übrigens: Der Titel enthält ein kleines Sprachspiel. Das Standardwerk von Perls, Hefferline, Goodman war unter dem Titel: „Gestalttherapie. Die Wiederbelebung des Selbst“ (PHG) erschienen. Nähme man PHG wörtlich, müsste der Titel heißen: „Die Wiederbelebung der Gestalttherapie durch die Selbste von Fritz Perls et al.“ Das ist ein Fingerzeig, wie wichtig die gewählte Sprache für eine Aussage ist. Das trifft erst recht auf theoretische Konzepte zu.



Einladung zum

GESTALT - FORUM

Die ÖVG – Österreichische Vereinigung für Gestalttherapie - die anerkannte Nationale Organisation in der Europäischen Vereinigung für Gestalttherapie – möchte die Möglichkeit zu einer breiten Diskussion unter GestalttherapeutInnen über Institutsgrenzen hinweg schaffen. Wir stellen uns ein öffentliches Forum vor, das die Möglichkeit bietet AbsolventInnen und KandidatInnen verschiedener Institute vertieft kennen zu lernen.
Inhaltlich geht es uns um einen fortlaufenden Diskussionsprozess von Themen, die zum aktuellen Zeitpunkt als relevant empfunden werden. Und zwar sowohl für die Praxis im engeren Sinne als auch für die Passung von Praxis, Leben und politischen Verhältnissen.

Nächstes Treffen:

vorläufig ausgesetzt wegen mangelnder, pandemiebedingter (?), Nachfrage

Organisation und Kontakt:

Egon Urban,
egon.urban(at)oevg-gestalt.at